Was ist eigentlich Stimmung?

Der Begriff Stimmung wird im Deutschen auf vielfältige Weise genutzt: Menschen befinden sich in einer guten oder schlechten Stimmung, ein Abend kann stimmungsvoll sein und Romane eine dichte Stimmung transportieren. Stimmung kann kippen, sie kann gespannt sein und gemacht werden. Man stimmt überein oder um und beschreibt Stimmungen als schön, traurig, tief, bedrückend, gut, schlecht, hoch, gruselig oder heiter. Es zeigt sich, dass Stimmung mehr als nur eine Bedeutung haben muss, um in diese vielfältigen Bausteine der Sprache passen zu können. Grundsätzlich lässt sich wohl eine Unterscheidung zwischen der Stimmung des Menschen und der Stimmung seiner Umgebung treffen. Menschen empfinden in einer bestimmten Färbung und nehmen zugleich ihre Umgebung anders oder gleich gefärbt wahr. Es findet also immer auch ein Wechselspiel statt. Die eigene Befindlichkeit beeinflusst die Wahrnehmung der Welt und ebendiese Welt wirkt auch auf die eigene Befindlichkeit ein. Bollnow sagt, dass Menschen immer gestimmt sind. Sie bildet die Grundlage des Seins. (vgl. Julmi 2015, S. 52) Insofern sind Stimmungen aus Sicht der Medienrezeptions- und -Wirkungsforschung als Disziplin interessant, da Medien immer auch Stimmungen erzeugen und transferieren. Der gestimmte Rezipient ist – im besten Fall – nach dem Medienkonsum ein anderer als davor.